Deutscher Fotorat e.V.
Newsletter November 2025
Der 2021 gegründete Deutsche Fotorat ist der Dachverband der Fotografie in Deutschland und seit 2023 Mitglied im Deutschen Kulturrat. 47 Mitgliedsorganisationen setzen sich im Dachverband für das Medium Fotografie, die Fotokultur und die fotografische Berufspraxis ein.
Themen in diesem Newsletter
→ Symposium Deutscher Fotorat am 21. November in Hamburg
→ Vereinsnews & Neues aus den Arbeitsgruppen
→ Deutscher Fotorat beim Fachgespräch Urheberrecht im Kanzleramt
→ Mitglieder im Fokus: KJF (Deutscher Jugendfotopreis)
→ Aktuelles von unseren Mitgliedern
Symposium Deutscher Fotorat in Hamburg
Fotografie – Das Auge unserer Gesellschaft


Begrüßung Julia Laatsch und Anna Gripp, Vorstand Deutscher Fotorat | © Finn Jahnke
Wir freuen uns sehr über ein erfolgreiches Symposium in Hamburg. Für alle, die nicht dabei sein konnten gibt es Aufzeichnungen der Beiträge und Panels:

Link zur Begrüßung durch Anna Gripp & Julia Laatsch

Link zu Panel 1: Analoge Fotografie zwischen Hype und Vergessen - mit Oliver Heinemann (KHROME Hamburg), Prof. Linn Schröder (HAW Hamburg, Agentur Ostkreuz) sowie Christian Klant (Leiter der AG UNESCO Kulturerbe analoge Fotografie)

Link zu Panel 2: Bildung durch Bilder – Fotografie als Schlüssel zur visuellen Welt mit Dr. Christoph Mauny (Weimarer Mal- und Zeichenschule / Landesarbeitsgemeinschaft Jugendkunstschulen Thüringen), Moritz Klingsporn (Studierender der Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Universität Hamburg) und Jörg Müller (AG Visuelle Kompetenzen) sowie im 2. Teil Jessica Staschen (ZEIT STIFTUNG BUCERIUS), Dr. Peter Holzwarth (Pädagogische Hochschule Zürich) und Sabina Paries (AG Visuelle Kompetenzen)

Link zu Panel 3: Bildjournalismus im Zeitalter Generativer KI mit einem Vortrag von Dr. Jürgen Scriba (Leiter der AG Technischer Fortschritt/KI)

Link zu Panel 4: Fotoerbe – Wohin mit Vor- und Nachlässen? mit Stefanie Grebe (Leiterin der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museum Essen) und Brigitte Kraemer (Fotografin), Hanns-Peter Frentz (Leiter der AG Fotografisches Erbe)

Link zur abschließenden Podiumsdiskussion mit Teilnehmer:innen der Panels sowie Gabriele Schulz (Deutscher Kulturrat)
Aktuelles
Vereinsnews & Neues aus den Arbeitsgruppen


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© Oliver Dietze
Festakt Immaterielles Kulturerbe

Am 19. November 2025 wurden im Schloss Saarbrücken 18 Träger offiziell geehrt, die 2025 neu in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen wurden. Dazu gehört, auf Antrag des Deutschen Fotorats, die Analoge Fotografie. Beim Festakt vor Ort dabei waren Christian Klant (Leiter der Arbeitsgruppe UNESCO Kulturerbe im Fotorat) und der Experte Klaus Pollmeier.

Veröffentlicht am 24.11.2025
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© KI-generiert von J. Scriba mit ChatGPT/Firefly
KI-generierte Bilder in den Medien: Was jetzt zu tun ist.

Beim Fotorats-Symposium in Hamburg stellte Dr. Jürgen Scriba ein neues Positionspapier des Deutschen Fotorats vor. Gefordert wird eine gemeinsame Anstrengung der deutschen Verlags- und Medienhäuser zur Formulierung von Grundsätzen zum Umgang mit generiertem Bildmaterial. Dazu gehören Richtlinien für die Arbeit mit Fotos und anderem Bildmaterial in den Redaktionen ebenso wie einheitliche Standards zur Kennzeichnung von KI-generierten Bildern und der transparenten Kommunikation gegenüber den Leserinnen und Lesern.

Veröffentlicht am 24.11.2025
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© Jan-Marius Komorek
Branchenimpuls: KI und Fotografie in Hamburg

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft lud in Kooperation mit dem Deutschen Fotorat am 24. November zu einem informationen Abend zum Thema KI und Fotografie ein. Mit Vorträgen von Monica Menez & Ivonne Veith (Keynote: „Wonder Panic – KI-Hype und harte Fragen“), Dr. Lukas Mezger (Rechtslage im Überblick) und Eva Häberle (Ethische Aspekte generativer Bild-KI). Zum Abschluss diskutierten die Speaker:innen gemeinsam mit Dr. Jürgen Scriba, Leiter der Arbeitsgruppe Technischer Fortschritt/KI im Deutschen Fotorat, wie sich Wertschöpfung und Vergütung in der Fotografie im KI-Zeitalter neu denken lassen – und welche Wege es gibt, kreative Qualität, faire Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Perspektiven miteinander zu verbinden. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft bietet ergänzend Workshops für Fotograf:innen am 2. und 4. Dezember an. Es gibt noch freie Plätze.

Veröffentlicht am 25.11.2025
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Politik
Deutscher Fotorat zu Gast beim Fachgespräch Urheberrecht im Kanzleramt


© BKM/bundesfoto/Schmid
Berlin, 4. November 2025 – Der Deutsche Fotorat war zu einem Fachgespräch mit Staatsminister Dr. Wolfram Weimer im Bundeskanzleramt eingeladen.
Im Mittelpunkt stand der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Kulturbereich – von Fragen des Urheberrechts und der Vergütung bis hin zu Glaubwürdigkeit und Verantwortung in den Medien. Julia Laatsch brachte die Perspektive der Fotografie in die kulturpolitische Debatte ein und betonte u.a. die dringende Notwendigkeit fairer Vergütungen für Urheberinnen und Urheber, eindeutiger Kennzeichnungspflichten für KI-Bilder sowie den Schutz und Erhalt von Urheberinformationen in Metadaten als Grundlage für Nachverfolgbarkeit und Rechtssicherheit. Zum Abschluss überreichte sie dem Staatsminister das vorab erarbeitete Positionspapier der Arbeitsgruppe Technischer Fortschritt des Deutschen Fotorats: „KI-generierte Bilder in den Medien – Was jetzt zu tun ist“.
Mitglieder im Fokus
Drei Fragen an Katharina Klapdor Ben Salem, KJF, Leitung Deutscher Jugendfotopreis / Deutscher Multimediapreis


Viele heute namhafte Fotografinnen und Fotografen haben als Jugendliche beim Deutschen Jugendfotopreis teilgenommen, darunter Wilfried Bauer, Ute Eskildsen, Wiebke Loeper, Rudi Meisel und Dirk Reinartz. Gibt es ein Archiv dieser Arbeiten und wie können Interessierte Einblick erhalten?
»Ja, dieses Archiv gibt es. Zum einen archiviert das Deutsche Historische Museum in Berlin alle Einreichungen des Wettbewerbs seit 1961 bis heute, auch als Prints. Über diese Kooperation, das haptische Bewahren, sind wir mehr als glücklich. Über die Objektdatenbank des DHM sind die über 11.000 Bilder ebenfalls Online einsehbar. Auf unserer Website lässt sich das Archiv aktuell bis zum Jahr 2000 zurückverfolgen – wir arbeiten aber im Moment am Relaunch unserer Website – ab Mitte 2026 wird das gesamte Archiv auch Online endlich über die Website des Deutschen Jugendfotopreis selbst einsehbar sein. Wichtig ist mir dabei, auch nochmal zu betonen, dass dieses Archiv einen unermesslichen Wert hat, auch jenseits davon, dass es Einblicke in die ersten Arbeiten der späteren Profis bietet: Es zeigt über 60 Jahre Jugendkultur in Deutschland. Wer nachvollziehen möchte, wie junge Menschen hier aufwachsen, welche Themen sie in ihren Arbeiten verhandeln, was sie bewegt, was sie über sich sagen möchten, wird hier viele mögliche Antworten finden.«
Können Sie kurz beschreiben, was sich in all den Jahrzehnten für Teilnehmende verändert hat und was nicht?
»Das ist eine große Frage, die sich in wenigen Sätzen nicht leicht beantworten lässt. Die größte Veränderung ist sicherlich der Umstand, dass zum einen so viel fotografiert wird wie noch nie, zum anderen aber die Fragen, was Fotografie in der demokratischen Gesellschaft bedeutet, wie junge Menschen sie nutzen, welche Funktionen sie erfüllt, wohin sie sich als Kunstform entwickelt, wie das Verhältnis von Quantität und Qualität zueinander stehen, weiterhin verhandelt werden müssen und wir, grade als Vertreter:innen der jungen Fotografie, auch nicht müde werden dürfen, diese Verhandlungen einzufordern. Als weiterer Aspekt ist hier zentral, dass die Gruppe, die wir mit dem Wettbewerb erreichen wollen, auch demographisch immer kleiner wird, was dazu führt, dass die Stimmen junger Menschen gesellschaftlich immer weiter marginalisiert werden. Angesichts all der gegenwärtigen Krisen und Umbrüche, die genau diese Generation am deutlichsten betreffen und die ihre Leben prägen werden, halte ich es auch deshalb für unsere zentrale Aufgabe, die Bilder junger Menschen öffentlich sichtbar zu machen und ihren Perspektiven die größtmögliche Aufmerksamkeit zu bieten. U. a. deshalb wird die Ausstellung der Preisträger:innen unter meiner Leitung auch in öffentlichen Ausstellungshäusern gezeigt, über möglichst lange Zeiträume. «
Bei der aktuellen Ausschreibung sind KI-generierte Bilder im offenen Wettbewerb zugelassen, nicht aber in der Kategorie Experimente. Warum?
»Diese Entscheidung hat einen einfachen Grund: Im Gespräch mit unserer Jury zu der Frage, ob und wie und warum KI hat sich ergeben, dass in der Anwendung zum Jahresthema vielleicht das meiste Potential liegt. Mit „Ein Haus, Ein Boot, Ein Auto“ verhandeln wir in diesem Wettbewerbsjahrgang die Frage, wie junge Menschen in ihren Bildern über (materiellen) Wohlstand nachdenken. Was bietet ihnen Sicherheit, wovon träumen sie für ihre Zukunft? Wie sieht ihr „gutes“ Leben aus? Grade weil die gesellschaftliche Erzählung von „Wohlstand durch Leistung“ immer dünner wird, sind wir sehr gespannt darauf, welche Antworten junge Menschen auf diese Fragen haben und ob hier durch KI Bilder erzeugt werden können, die neue Antworten bieten. Aber auch hier ist ganz zentral, dass die Preise, die für KI-Erzeugte Bilder gewonnen werden können, Zusätze sind, d. h., dass die Anzahl der Preisgelder für nicht KI-generierte Bilder in der Kategorie „Jahresthema“ nicht zugunsten der KI-Erzeugten verringert wurden. Ich betrachte den Wettbewerb auch zu dieser Frage als work in progress – wir probieren aus, justieren in jeder Wettbewerbsrunde neu und haben damit die Möglichkeit, mit unseren Teilnehmer:innen gemeinsam zu entdecken und zu lernen.«
News & Termine
Aktuelles von unseren Mitgliedern


Neuer Meldeschluss: 31. März

VG Bild-Kunst
Ab dem Jahr 2026 wird der Meldeschluss vom 30. Juni auf den 31. März vorverlegt, damit die VG Bild-Kunst die gesetzlich vorgegebenen Ausschüttungsfristen (Ende 3. Quartal) einhalten kann. Mitglieder sollten sich frühzeitig auf diese wesentliche Änderung im Verfahren einstellen, denn der Meldeschluss ist eine Ausschlussfrist!

Tagung in Erfurt

DFA
Die Deutsche Fotografische Akademie (DFA) veranstaltet ihre Wintertagung am 6.–7. Dezember in der Kunsthalle Erfurt. Susanne Knorr stellt die Arbeit der Kunsthalle vor; Andrzej Steinbach bietet einen Vorab-Rundgang zu seiner am 12.12. eröffnenden Ausstellung. Beiträge kommen u. a. von Christoph Tannert („Künstlerische Fotografie und Subkultur im Beitrittsgebiet“), Thomas Gust zu Thomas Hoepkers Farbfotografien aus der DDR (1972–1990) und der Erfurter Fotografin Nora Klein. Vorgesehen sind zudem Portfoliowalk, Büchertisch und eine Stadtführung mit Fotografie-Schwerpunkt.

BildBotschaft Hamburg

laif Foundation
Noch bis zum 20. Dezember 2025 bietet die laif Foundation mit ihrer BildBotschaft Begegnung und Austausch durch Fotografie. Durch Ausstellungen, partizipativen Journalismus und Bildungsarbeit wird ein Raum für Dialog geschaffen – an zentralem Ort in den Hamburger Innenstadt, in der Mönckebergstraße 3, direkt neben Media Markt. Schwerpunkte sind: „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ (25.11. bis 6.12.), „Hamburg, Architektur und Stadtentwicklung“ (9. bis 13.12.) und „JungePerspektiven“ (16. bis 20.12.)
© laif foundation

stern-Fotoarchiv: Zwei Mio. Bilddokumente online

Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek hat bei dem höchst umfangreichen Digitalisierungsprojekt des stern-Fotoarchivs den nächsten Meilenstein erreicht. Mittlerweile stehen zwei Millionen zeitgeschichtliche Bilddokumente online zur Verfügung. Damit hat sich das Angebot an digitalisierten Bilddokumenten seit 2024 verdoppelt. Das Fotoarchiv des Magazins stern mit seinen 15 Millionen Abzügen, Negativen und Dias gilt als das visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik seit 1948. Die Bayerische Staatsbibliothek arbeitet seit der Übernahme des Archivs 2019 mit Hochdruck daran, diese einzigartige fotohistorische Quelle in dem eigens geschaffenen Bildportal für Nutzende aus Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Foto (Detail): Helmut Kohl in der UdSSR, 1975
© Volker Hinz / Bayerische Staatsbibliothek

Auszeichnung für NEXT! Festival

Photoszene Köln
Das NEXT! Festival der Jungen Photoszene erhielt erneut eine Auszeichnung: den mit 10.000 Euro dotierten Jugend-Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland. NEXT! ist das erste Fotofestival von jungen Menschen für junge Menschen im Rheinland und bietet seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2020 Raum für künstlerischen Ausdruck, Mitgestaltung und gesellschaftlich relevanten Austausch über das Medium Fotografie.
Impressum

Vorstand des Deutschen Fotorats:
Anna Gripp (DGPh) & Julia Laatsch (FREELENS)
Stellvertreter: Christian Klant (BFF), Ingo Taubhorn (DFA)

Deutscher Fotorat e.V.
Vereinsregister: VR 25821
Registergericht: Amtsgericht Hamburg

c/o FREELENS e.V.
Alter Steinweg 15
20459 Hamburg
Deutschland

deutscher-fotorat.de
post@deutscher-fotorat.de
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