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Mitglieder im Fokus
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Drei Fragen an Stephan Fürnrohr, Präsident der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT)
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Europäischer Naturfotograf des Jahres 2025, 1. Platz Kategorie „Mensch und Natur" | © Britta Jaschinski
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Mit über 2.400 Mitgliedern gehört die 1971 gegründete Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) zu den mitgliedsstarken Fotografie-Verbänden im Deutschen Fotorat. Inwieweit unterschiedet die GDT heute zwischen Amateur- und Profifotografie?
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»Die GDT ist kein Berufsverband, unser Vereinsziel besteht in der Förderung der Naturfotografie an sich sowie deren Sichtbarmachung in der Öffentlichkeit. Da in der Naturfotografie möglicherweise noch mehr als in anderen fotografischen Genres die Grenzen zwischen professioneller Arbeit (im Sinne von Broterwerb) und ausschließlich als Hobby betriebener Leidenschaft fließend sind, ist eine scharfe Trennlinie an dieser Stelle nicht vorhanden. Das spiegelt sich neben der alltäglichen Arbeit des Vereins auch in den von uns ausgerichteten Wettbewerben wider, in denen es keine Unterscheidung zwischen Berufs- und Amateurfotografie gibt. In unserer Rolle als Interessenvertretung der Naturfotografinnen und Naturfotografen überlappen sich die Belange beider Ansätze in einer Weise, die eine Unterscheidung gleichermaßen sinnlos erscheinen lässt.«
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Aktuell lädt die GDT zum 26. Mal zum Wettbewerb "Europäischer Naturfotograf des Jahres" ein. Wie hat sich dieser Wettbewerb im Laufe der Jahre entwickelt und ist KI ein Thema, eine Herausforderung für Euch?
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»Die Entwicklung des Wettbewerbs "Europäischer Naturfotograf des Jahres" sehen wir sehr positiv, mit einer Zahl von über 24.000 eingereichten Bildern hat er im letzten Jahr zum 25. Jubiläum seines Bestehens einen neuen Teilnehmerrekord erreicht. Grundsätzlich steht die GDT unter dem Label „Naturfotografie“ für authentische Fotografie im Sinne von „mit fotografischen Mitteln gestaltet und erschaffen“. Daher gibt es bei unseren Wettbewerben von jeher sorgfältig erwogene, ausdrückliche Grenzen für (nicht nur digitale) Bildmanipulation und -bearbeitung. Alle prämierten Bilder werden im Jurierungsprozess kontrolliert, unter anderem durch die Heranziehung der jeweiligen RAW-Dateien. Unsere Regeln betreffen insbesondere das Hinzufügen und Entfernen von Bildelementen. Aber neue fotografische Methoden wie z.B. Focus Stacking oder Panorama-Stitching sind uns sehr willkommen. Das gilt auch für künstlerisch-abstrakte Bilder, innovative Projekte und insgesamt neue Ideen - aber eben in fotografischer Herangehensweise und nicht als Digi-Art. Daher ging die Diskussion um die mit generativer KI produzierten Bilder und Bildbestandteile an dieser Stelle weitgehend an uns vorbei, da unsere eigenen Grenzen für virtuelle Bilderzeugnisse schon lange deutlich enger gesteckt sind. Was uns hingegen beschäftigt, sind die gesellschaftlichen Auswirkungen durch die Flutung des Netzes mit generierten Fakebildern und -filmsequenzen. Das betrifft beispielsweise den Verlust dokumentarischer Wahrheit oder die Veränderung von Sehgewohnheiten durch immer weiter überzogene Darstellungen der Natur, sowohl in inhaltlicher als auch visueller Hinsicht.«
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Was sind eigentlich die wichtigsten fotografischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Naturfotografen und inwieweit kann die GDT hier Unterstützung leisten?
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»Wir versuchen stets, unsere Kernwerte (Authentizität, Qualität, Naturschutz und auch Internationalität) in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei sind Respekt und ehrliche Leidenschaft für die Natur insgesamt und natürlich auch eine profunde Kenntnis der speziellen Sujets in meinen Augen eine unabdingbare Grundlage für gute Naturfotografie. Leider steht bei manchen Menschen die laute Selbstpromotion manchmal eher im Vordergrund als Qualität und Originalität. Als Verein bieten wir unseren Mitgliedern vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, sei es durch die zahllosen Aktionen unserer Regionalgruppen, den Austausch in einem großen Netzwerk, unsere Wettbewerbe und Ausstellungen sowie unser jährliches, internationales Naturfotofestival in Lünen.«
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